4x4

die übrig gebliebenen

meine hände gleiten zu einer sanften kollision zum gebet.
du kannst den einkaufswagen
wieder zusammenschieben, und das
ding mit dem kreuz ist vorbei,
auch frauen haben ihren stolz.

die bezwinger

du wachst aus dem dornröschenschlaf
deiner anonymität auf,
um ganz zu vorderst, ans rampenlicht zu schreiten,
das dir irgendjemand ins ohr flüstert, wie schön es ist,
unidentifizierbar zu sein.

undurchdringlich

ich benutze einen brecht als schreibunterlage.
kloppabier mit dem porträt von despoten.
der wein schmeckt nach schwefel.
ich habe den soul voll.
ich will, dass es flugzeuge vom himmel regnet.
dass ich wieder zufrieden sein kann mit mir.

im weichen hügeln

ich habe dich schon lange nicht mehr durchgeblättert.
gebe dich dann dem risiko frei.
du glaubst an die offenbarung von offenen haaren.
das geld ist noch zu wenig nackt.
es ist, wie dein rückgrat zu verleugnen.
die zeit sortiert die augenblicke.
derweil ich in deinen hügeln ruhe.

kommunikation mit dem neuen tag

auf die frage des feingefühls
immer nur
pflicht erfüllt antworten.

kleine auflockerung, schwarz,
grau, schwarz grau.

wie eine alte geschichte
wird der mild bleiche
horizont sichtbar.

mehr gibt es nicht
zu beschreiben.

du magst das sein, wenn
alles egal ist.

aus konserve essen

jedes leintuch ist anders
gewebt, wie die haut
des schlafes.

in diesem moment, wenn
alles zum alltag wird.

sich immer wieder bilder
von geflohenen träumen sichtbar machen,
solange die geiger spielen.

ins leere greifen,
wie eine nicht gewollte antwort schlucken.

nach luft ringen.

das spektrum des lichtes
an den scheiben der
sterilen häuser.

dankbarkeitszeichen sinnloser grundhaltung.
atem des aufbrechenden tages über der ausgehauchten stadt.

blutige maschine, es
pulsiert im getriebe.
bekannter wahnsinn.

zugvögel

zwei vögel im paarungsflug,
fliegen an dir vorbei.

ein überrosteter laderaum.

schon ein erster pfau
resigniert bunt vor sich
hin.

lasse es zuschreiten.

du gehörst nicht zu den strammstehern.

wieder etwas leise

ich brauche etwas, eine
inspiration, in der ich
mich vergessen kann.

zwischenzeit, die last der
langeweile.

die grenze des wissens
ist der beginn der improvisation.

der schatten wirft sich in
eine richtung.

ein angespanntes hören
auf das, was du sowieso
nicht verstehst.

nachmittags

grausam stolz spannt
sich der unendliche himmel
über uns.

weisse krähen stürzen.

auf dem schrank, staub.

stahlblaue gewalt von
messerscharfen tagen.

schon drei wochen anonym.

vielleicht gehe ich bei mir vorbei.

der versuch

ich möchte mich mit dir
auf fremden wiesen verlieren,
wie tote fische treiben,
still auf dem wasser.

oder hand in hand
über felswände springen,
ins ungewisse.

dann, vielleicht,
könnte ich dich lieben.

ich möchte mit dir
rollen spielen,
uns erfinden,
damit ich dich fühlen kann.

mit allen sinnen
den ozean durchqueren,
verdunsten,
uns neu zusammensetzen,
wie einen fruchtbaum
im falschen frühling.

dann, vielleicht,
kann ich dich lieben.

ich möchte dir
als zeichen meiner zuneigung
mein haupt geben,
es verlieren,
im spiel der windmühlen.

zu ostern
meine erlebnisse färben,
sie essen,
sie verschwenden.

dann, vielleicht,
könnte ich dich lieben.

ich möchte mit dir
im anfang sitzen,
dort, wo alles noch offen ist.

überrollt werden,
alles verlieren,
nur um im augenblick
etwas neues zu gründen.

träume,
die uns überleben.

dann, vielleicht,
könnte ich dich lieben.

15. mai  

ich möchte dich verführen,
zwischen all dem,
was wir nicht sagen.


 die sonne streift uns,
verstohlen,
durch staubige wolken,
als würde sie uns sehen,
ohne sich zu verraten.

und ich frage mich leise,
ob ich an alles gedacht habe,
während es in mir
langsam wärmer wird.

irgendwann
blicke ich über den see,
sehe kaum etwas
und doch dich.

greifen müsste ich lernen,
dich halten,
ohne dich zu verlieren.

gegen dieses träumen
bleibt mir nur
ein stilles schweigen,
das dich manchmal
so hart berührt.
wie ich es nie wollte.

16. mai

sie trägt ihre erniedrigung
wie eine last,
gibt sie weiter,
als könnte sie sie
nicht mehr halten.

zwischen uns ein drahtseil,
unsicher,
und ich verliere mich
unter ihrem arm,
irgendwo zwischen
nähe und flucht.

sie sagt,
sie hätte lust nach dir,
doch es sei zu früh,
mit mir.

und da ist dieser mensch,
so ruhig,
dass es fast schmerzt,
weil er allem trotzt.
wenn niemand hinsieht.

 es ist spät geworden.

ich suche einen platz,
an dem ich bleiben kann,
während ein licht
auf mich fällt,
als würde es mich
noch kennen.

und vielleicht
ist es genau das,

was mich gerettet hat.