16/001
alt ist das lächeln unserer liebe
modrig die zuneigung
in verzweiflung mündend
wir ätzen uns
an den resten der achtung
hoffnung
letzter rest
verkauft an die meistbietenden träume
wer früh stirbt
ist länger tot
ein leidsatz
für jung und müde
ich liebe dich
solange licht in dir brennt
(glut ist kein feuer)
16/002
tot geboren
die kinder unserer liebe
weil wir sie nie erschufen
flügel
die nie flogen
an gefallenen engeln
wir bauten
an unserer arche
glaubten
die flut komme nie
als sie kam
versenkten wir sie selbst
vertrauend
auf unsere kraft
tot geboren
die kinder unserer liebe
16/003
zwischen zerstörung
und aufbau
erste frau
vier kinder
eine firma
verantwortung
illusion
und wirklichkeit
ich hielt alles
mit glauben
hoffnung
und trotz
spuren
blieben
wer sich freiwillig einspannen lässt
zerbricht an seiner kraft
felder glänzen
ernten vergessen mühe
nachkommen
leben von vorsätzen
und wenn nicht alles
in verdammnis endet
bleibt
verantwortung
für narren
die sie verweigern
16/004
nach dir
nur erinnerung
keine rückkehr
zeit zerfällt
leben
muss sich neu erfinden
jahreszeiten
überspringen den frühling
der urknall
zieht sich zurück
dunkel
wie vor dir
ich
verloren
in dir
16/005
meine feder
stumpf
dein lachen
fern
lippen
fahl
was uns verband
erstarrt
hochmut
zerfällt
leben
an uns vorbeigegangen
wir
mumien unserer erwartung
zwei adler
die nie flogen
schwüre
im sandstein erodiert
träume
dem schicksal überlassen
komm
lass uns fallen
vielleicht
finden wir uns im aufprall
16/006
wirbelsturm
verschone meine träume
lass mir ihre spüren
zu viele
tragen wir ohnehin
auf haut
in seele
wir erfanden sprache
für uns
blind vertraut
tage ohne dich
verloren
geh vorbei
an mir
16/007
unsere zufriedenheit
frass unsere liebe
wir verschliefen
was uns hätte retten können
überheblich
verpassten wir uns selbst
zeit fragte nicht
zukunft auch nicht
wir bleiben
knechte unserer geschichte
blind
im versäumnis
16/008
wir verpassten
dankbarkeit
versumpften
in eitelkeit
warfen uns
ins unvermeidliche
wie tropfen
kurz vereint
im fall verloren
wir hätten
leben können
16/009
lass mich nicht
vor deinem paradies stehen
gib mir
was du verweigerst
vertrau meinen händen
fall mit mir
lass uns
unsere härte abstreifen
kein kampf
kein sieg
nur hingabe
du küste
ich brandung
lass uns
aneinander verschwinden
16/010
in deiner sturheit
zerbricht mein herz
dein missverstandensein
ist kein recht
zu fliehen
willst du wirklich
dass ich daran sterbe
wie viel opfer
braucht dein stolz
ist es nicht grösse
zu fallen
wie gross
muss meine liebe noch werden